Rede von Axel Gloger zum 50. Geburtstag von Norman Rentrop
Gehalten am 27. Oktober 2007 im Rheinhotel Dreesen.
Axel Gloger, Aufsichtsrat der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Was für eine Freude, daß wir hier zusammenkommen dürfen!.
Lieber Norman Rentrop,
ich möchte Ihrem Jubiläum einige Worte widmen und das mit einem Glückwunsch zu Ihrem Geburtstag verbinden.
Liebe Frau Rentrop, lieber Richard, liebe Irene, liebe Viktoria, liebe Familie Rentrop, meine geehrten Damen und Herren,
Unser Jubilar hat uns etwas besonderes vermittelt: Er hat uns alle berührt, er hat uns alle vielleicht auch geführt, er hat uns alle verändert – und viele von uns auch nach vorne gebracht. Das ist ein großes Thema. Das Thema ist eigentlich so groß, daß wir uns vorstellen sollten, für jeden von uns, der heute hier ist, gibt es 10, 20, 50, 100 oder mehr weitere, die auch von unserem Jubilar berührt worden sind.
Wenn all diese Menschen zusammen kämen, wäre das neue Kongresszentrum, das ein Stück rheinabwärts in Bonn erbaut wird, zu klein mit seinen 5000 Plätzen. Wir müssten wahrscheinlich die Köln-Arnea mieten.
Heute ist der Tag und hier ist der Ort, stolz zu sein auf unseren Jubilar. Er hat nämlich etwas geschafft, er hat etwas mitbekommen, an dem ein großer Mangel herrscht: Unternehmer-Energie. Man kann Menschen erklären, wie man Texte schreibt, man kann Menschen auch erklären, wie man ein Mailing macht, aber Unternehmer-Energie, diese knappe Ressource ist nicht so ohne weiteres vermehrbar. Deswegen freue ich mich besonders, daß wir Norman Rentrop unter uns haben, der mit diesem Talent im Übermaß gesegnet ist.
Er hat daraus ein sehr erfolgreiches Unternehmen gemacht. Wenn wir 32 Jahre zurückblicken, dann war sein Betrieb ein Gründer-Unternehmen wie viele andere. Wohlwollend gesagt: eine Wohnzimmer-Firma. Man könnte auch Klitsche sagen.
Aus dem kleinen Gebilde von damals ist ein sehr respektables Unternehmen geworden. Der eine Treiber, der es zum Erfolg geführt hat, ist sicher die Unternehmer-Energie. Der zweite ist der Standort, denn Bonn scheint ja so etwas zu sein wie ein Humus für besondere Unternehmen. Der erste Baumarkt Deutschlands, Knauber, entstand in Bonn. Das Gummibärchen, Haribo, kommt aus Bonn. Weltbekannt. Der Weltmarktführer für Preisstrategie, Simon Kucher, kommt aus Bonn. Und auch einer der Markführer für Solarzellen kommt aus Bonn.
Das sind alles Unternehmen vom Typ Champion. Das Unternehmen, das uns heute hier beschäftigt, ist ebenfalls ein Champion. Es weist die typischen Merkmale auf – es hat sich seinen Markt selbst geschaffen, es wurde von einer Unternehmerpersönlichkeit geprägt, es kennt eigentlich nichts anderes als den dauernden Erfolg.
Aus heutiger Sicht gilt: Der Verlag für die Deutsche Wirtschaft und sein Vorgänger, der Verlag Norman Rentrop, dürfen als Beratungsunternehmen angesehen werden. Die besondere Stärke: hier werden nicht nur ein paar Vorstände im Jahr beraten, sondern Hundert- und Tausendschaften von Kunden.
Hier hat eine Innovation stattgefunden: Das Thema Beraten wird verbunden mit dem Thema Multiplikation der Beratung über die Druckerpresse – und herausgekommen ist eines der größten Beratungsunternehmen der Welt, denn der Verlag für die Deutsche Wirtschaft hat mehr Beratungskunden als McKinsey, Boston Consulting und Roland Berger zusammen. Das ist eine große unternehmerische Leistung!
Ein weiterer Punkt ist der umfassende Ansatz: Wir beraten nicht nur den Unternehmer in seiner Funktion als Berufstätiger, sondern wir beraten den Unternehmer auch als Mensch, nämlich als jemanden, der Strategie macht, aber auch als jemand, der mit seinem persönlichen Leben klarkommen will, der für seine Familie sorgt und der auch dafür sorgt, daß sein Vermögen morgen mehr wert ist als heute.
Das materialisiert sich in so praktischen Dingen wie dem Harry Potter der Wirtschaftsbücher, dem Werk unseres Jubilars mit dem Titel „Tipps zur Unternehmensgründung“. Das ist auch ein Hidden Champion, ein Buch, das auf dem großen Buchmarkt keiner kennt, das aber Verkaufszahlen hinlegt, bei denen andere Verlage wahrscheinlich sehr, sehr neidische Augen bekämen, wenn sie erführen, wie gut das nach wie vor läuft.
Herr Rentrop ist inzwischen gewechselt in eine neue Rolle. Er ist sich treu geblieben als Enabler, Dinge zu ermöglichen. Ich darf noch ein Stichwort sagen für die Modernität, die dahintersteht, in der Persönlichkeit. Die neuzeitliche Form der Bibel, die wir in den Schubladen im Hotel finden, ist heute das Bibel TV, also der Sprung in die Elektronik, der Sprung in die Digitalisierung, in ein neues Ausgabeformat. Ohne unseren Unternehmer gäbe es Bibel TV nicht.
Und ein anderer Punkt. Ich denke, wenn wir uns in 10 Jahren wieder hier treffen, zum 60. von Herrn Rentrop, dann wird eine Idee ganz klar vor unseren Augen stehen. Ich darf sie hier schon einmal sagen, wir sind ja unter uns, bitte nicht weitersagen: Norman Rentrop ist der Warren Buffet aus Bonn.
Die Rolle als Investor bestimmt derzeit sein Leben und ist Quelle von Lebensfreunde. Wenn Herr Müntefering nur wüsste, wie vornehm Norman Rentrop diese Aufgabe angeht, er würde gewiss ein anderes Insekt wählen, um das Tun von Investoren zu beschreiben. Das passende Bild wäre die Biene, denn ohne die Biene läuft in der Natur gar nichts. Die Natur braucht die Bienen für Wachstum, für die Blüten. Überdies sei angemerkt: Norman Rentrop braucht auch seine Biene!
Lieber Herr Rentrop, Sie haben uns alle befruchtet, sie haben uns alle zur Blüte gebracht, sie haben uns alle weitergebracht. Und dafür darf ich Ihnen ein ganz einfaches schönes deutsches Wort sagen:
DANKE!